Hier finden Sie Materialien und Feedbackmöglichkeit zum Proseminar "Technologischer Determinismus". Bitte schreiben Sie sich selbst hier bei Moodle in den Kurs ein, damit Sie Zugang zu den Materialien erhalten. Bis bald im Seminar (in Präsenz)!

Bitte beachten Sie: Aus organisatorischen Gründen erfolgt etwa die Hälfte der Sitzungen in Präsenz und die andere Hälfte als Selbstlernphase zu Hause oder auf Wunsch in Kleingruppen. Details können Sie dem Semesterplan auf Moodle entnehmen.

Auffassungen des technologischen Determinismus bestimmen Technik und Technologien als Zentrum gesellschaftlichen Wandels. Neue Technologien würden die Gesellschaft jeweils grundlegend verändern. Nicht die Menschen, die sie benutzen oder gesellschaftliche Institutionen, sondern die Technik selbst führe Veränderungen von Mensch und Gesellschaft herbei. Technik sei die zentrale Entwicklungskraft gesellschaftlichen Wandels und menschlicher Entwicklung überhaupt und technischer Fortschritt nicht dauerhaft aufhaltbar. Während Annahmen des technologischen Determinismus bereits in den 1950er Jahren stark kritisiert wurden, haben sie z.B. als implizite Voraussetzungen technologischer Zukunftsvisionen gerade in populärwissenschaftlichen Diskursen nach wie vor bedeutsamen Einfluss. Technikdeterministische Vorstellungen liegen sowohl eher optimistischen (z.B. im Transhumanismus) als auch eher pessimistischen (z.B. Günther Anders) Gesellschaftsentwürfen und -beschreibungen zu Grunde.

Im Seminar setzen wir uns zunächst mit den Begriffen „Technik” und „Technologie” auseinander und erhalten einen Überblick über grundlegende Felder der Technikphilosophie. Hierbei lernen wir auch Inhalte kennenlernen, die im Philosophieunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan behandelt werden können.

Dann beschäftigen wir uns mit zentralen Annahmen und Aspekten technologisch deterministischer Auffassungen anhand eines Überblickstextes von David Chandler. Anschließend fokussieren wir uns auf drei exemplarische Auffassungen: Jacques Elluls Diagnose einer „Technologischen Gesellschaft”, Günther Anders‘ Auffassung von Technik als „Subjekt der Geschichte” und Beispiele aus dem Transhumanismus (Ray Kurzweil, Gregory Stock und ggf. andere). Abschließend gehen wir auf opponierende Betrachtungsweisen des Verhältnisses von Mensch und Technik ein („Social Construction of Technology”- / „SCOT”-Ansatz und Technikphänomenologie).