Museumssammlungen sind das Ergebnis von Beziehungen. Provenienzforschung macht die Herkunft und die Beziehungsgeschichten hinter den Objekten sichtbar und hinterfragt die ungleichen Machtbeziehungen, die hinter den Erwerbungen der Objekte stehen. Und auch die Provenienzforschung selbst macht Beziehungen: Durch kooperatives Forschen und dem Austausch mit Menschen aus den Herkunftsregionen der Objekte können sich unsere Vorstellungen über die geteilte Vergangenheit verändern.
In dem Seminar werden die Studierenden in die aktuellen Theorien, Debatten und die Methoden der postkolonialen Provenienzforschung - also der Forschung zur Herkunft und Beziehungsgeschichten von Sammlungsbeständen, die in kolonialen Kontexten erworben wurden - eingeführt. Im Fokus stehen die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin aus Asien, Afrika, den Amerikas und Ozeanien, die im Humboldt Forum ausgestellt sind. Die Studierenden erarbeiten Expertisen zu regionalen Kontaktgeschichten und damit in Verbindung stehenden Objektbiographien und präsentieren ihre Ergebnisse am Ende des Semesters im Humboldt Forum.
Das Seminar findet als Blockseminar in Greifswald und Berlin statt.
20./21.10.2022 - Einführung in die postkoloniale Provenienzforschung in Greifswald
10./11.11.2022 - Besuch des Humboldt Forums, Einführung in die Objektforschung und Archivarbeit, Kurzpräsentationen vor Ort in Berlin
2.12.2022 - Recherchesprechstunde, digital
19.01.2023 - Abschlussveranstaltung im Humboldt Forum Berlin
Der Lehrauftrag wird betreut durch Dr. Christine Howald, Ilja Labischinski, Kristin Weber-Sinn, Dr. Julia Binter und Birgit Sporleder vom Zentralarchiv - Team Postkoloniale Provenienzforschung, Staatliche Museen zu Berlin.