Queerness als Kategorie der Kunst und Kunstgeschichte wurde in Greifswald bislang noch nie in einer Lehrveranstaltung angeboten. Das Seminar stellt zunächst einmal die Frage, warum Queerness als Selbstbezeichnung vor allem nicht-heterosexueller Menschen, die der gesellschaftlichen Cisgender-Heteronormativität nicht entsprechen, als Konzept für die Kunst und Kunstgeschichte relevant sein kann.

Das Seminar beabsichtigt, in jeder Sitzung in Form von einem oder mehreren Impulsreferaten bestimmte Aspekte der Kategorie Queerness auszuloten. Dabei können die Artefakte, aber auch die „Kunstschaffenden” selbst Thema sein. Darüber hinaus wird die Kategorie Queerness aber auch auf das Fach Kunstgeschichte selbst angewandt. Die Frage hier wäre also, ob und wenn ja welche Methoden das Fach selbst, die Kunsthistoriker:innen also, entwickelt haben, um die Kategorie thematisch zu fassen. Zugleich wird dadurch aber auch die Frage aufgeworfen, inwieweit Künstler:innen und Kunsthistoriker:innen selbst – und nicht nur ihre Werke und Forschungen - Thema des Seminars sein können. Die Kategorie der Persona wir also ebenfalls eine Rolle spielen, ebenso die Frage, wie rein binäre Betrachtungsweisen hinterfragt werden sollten.

Die Themenwahl ist bewusst breit angelegt. Vorschläge seitens der Studierenden werden gerne zu Beginn des Semesters aufgenommen. Themen könnten etwa Leonardo da Vinci, Caravaggio, Johann Joachim Winckelmann, Lotte Laserstein, Jeanne Mammen, Christian Adolf Isermeyer, Andy Warhol, David Hockney, Tom of Finland oder Francis Bacon sein. Aber auch das ist nur eine Auswahl.

Das Seminar richtet sich an Studierende höherer Semester und besitzt experimentellen Charakter. Eine spezielle Methodik ist nicht vorab vorhanden, soll aber während des Seminars erarbeitet werden. Das setzt ein hohes Maß an Mitarbeit und Engagement seitens der Studierenden voraus. 

Eine Literaturliste wird später eingestellt.