Aktuell bestimmen der Krieg Russlands in der Ukraine sowie Terror und Krieg im Nahen Osten die Medienberichterstattung und die politische Öffentlichkeit. Spätestens in Zeiten des Krieges (meist schon im Zuge der Kriegsvorbereitung) ist bekanntermaßen die Wahrheit das erste Opfer: Desinformation, Propaganda und Zensur sowie die gezielte Ermordung von Journalist*innen stellen die Medien und die Social Media-Plattformen vor besondere institutionelle, organisatorische und kommunikationsethische Probleme: Werte wie Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Ausgewogenheit oder gar Objektivität (Sachlichkeit) stehen staatlichen, militärischen oder ideologischen Ansprüchen gegenüber. Starke Emotionen (Angst vor Bedrohung und Ausweitung von Gewalt, Rache und Wut) werden mobilisiert und erschweren die Verständigung ebenso wie eine Militarisierung und Instrumentalisierung von Öffentlichkeit.
Klassische und hybride Kriege sowie Terrorismus können Kommunikation nicht vollständig durch physische Gewalt ersetzen, so wie die Medien und die Plattformen auf eine Berichterstattung über Terrorakte kaum verzichten können. Terrororganisationen betreiben Kommunikation für die Rekrutierung von „Kämpfer*innen“ und Unterstützer*innen sowie zur Koordination ihrer Anschläge.
Im Seminar sollen die theoretischen Grundlagen und die historischen Hauptstränge der Kriegs- und Terrorberichterstattung sowie der Propaganda erarbeitet werden, um auf dieser Grundlage die gegenwärtigen Kommunikationsprobleme besser analysieren und verstehen zu können.
Die erfolgreiche Teilnahme setzt die Bereitschaft zu umfangreicher Lektüre, aktiver Mitwirkung an der Seminardiskussion und Recherchen zwingend voraus.

Literatur:

  • Ein Reader mit der wöchentlichen Pflichtlektüre sowie ein Seminarplan werden zu Semesterbeginn in Moodle zur Verfügung stehen.