Mit geschätzt 50.000 bis max. 75.000 Muttersprachlern ist das Färöische die kleinste nordgermanische
Gegenwartssprache. Aber nicht nur das macht diese Sprache zu etwas ganz Besonderem: Aufgrund der
soziokulturellen und politischen Geschichte der Färöer geprägt von langanhaltender Isolation, intensivem
dänischen Sprachkontakt, später Entwicklung einer historisierenden Schriftnorm und sprachideologischer
Orientierung Richtung Island nimmt das Gegenwartsfäröische eine ganz spezielle Position als
„Brückenkopf“ zwischen den inselnordischen und den festlandskandinavischen Sprachen ein.
Als Urlaubsziel gewinnen die mitten im Nordatlantik gelegenen Inseln zunehmend an Beliebtheit, und
seit 2024 findet man das Färöische sogar bei Google Translate. Entsprechend wächst auch das Interesse
am Färöischen als Fremdsprache. Musikalische Exporte wie Eivør, Teitur oder Týr haben schon lange die
Weltbühne erobert – und überhaupt ist die kulturelle Schaffenskraft dieser sehr kleinen
Sprachgemeinschaft äußerst bemerkenswert: So steht z.B. die Autorendichte auf dem Archipel jener auf
Island in nichts nach.
Im Rahmen dieses in der deutschsprachigen Skandinavistik einmaligen Seminars werden nicht nur
Grundkenntnisse des Färöischen, sondern auch Einblicke in Kultur, Land und Leute vermittelt. Außerdem
soll der aus Sicht der übrigen skandinavischen Sprachen „exotische“ Klang des Färöischen
sprachwissenschaftlich ausgeleuchtet werden mit Fokus auf Phänomenen wie Schärfung, Hiatus,
Diphthongen und Palatalisierung. Als Arbeitsgrundlage dient das Lehrbuch Faroese – A Language Course
for Beginners (Adams/Petersen 2014), welches zu Vorlesungsbeginn zur Verfügung gestellt wird.
Hjartaliga vælkomin!