Jedem Greifswalder Studierenden sollte das Zitat von Hans-Jürgen Pandel geläufig sein: „Quellen sind Objektivationen und Materialisierungen vergangenen menschlichen Handelns und Leidens. Sie sind in der Vergangenheit entstanden und liegen einer ihr nachfolgenden Gegenwart vor.“ In der Praxis konzentrieren wir HistorikerInnen uns jedoch vornehmlich auf das schriftlich überlieferte Quellenmaterial. Ganz anders verhält sich dies bei den archäologischen Disziplinen, die viel stärker an den materiellen Kulturen und der Fund- und Objektgeschichte interessiert sind. Im Zuge von wiederholten Sparmaßnahmen existiert keines der archäologischen Institute mehr an der Universität Greifswald, doch deren wissenschaftliche Sammlungen, die mit großem Eifer in der Lehre eingesetzt wurden, sind noch vorhanden. Diesen Umstand werden wir nutzen, um einerseits unsere gewohnte Komfortzone zu verlassen und die Geschichte der Antike aus einer neuen Perspektive zu studieren und andererseits die lang verborgenen Schätze der Greifswalder wissenschaftlichen Sammlungen zu „heben“ und für ein interessiertes Publikum aufzubereiten. Unterstützt werden wir dabei von der Kustodie und dem Zentrum für akademische und digitale Kompetenzen der Universität Greifswald, der Gustaf-Dalman- und der Victor-Schultze-Sammlung der Theologischen Fakultät und der Sammlung vorgeschichtlicher Altertümer des (ehemaligen) Arbeitsbereichs für Vor- und Frühgeschichte.

Das Ziel der Lehrveranstaltung ist die gemeinsame Konzeption, Vermarktung, Durchführung und nachhaltige Nutzung einer Ausstellung (analog und digital), die im Laufe des Sommersemesters im Foyer der Universitätsbibliothek präsentiert werden soll. In mehreren Projektgruppen werden dabei unterschiedliche (Forschungs-)Fragen behandelt werden müssen, die von der kollektiven Auswahl der antiken Exponate über das Verfassen von Ausstellungstexten, der Anfertigung von digitalen Objektaufnahmen bis hin zur finalen Anordnung und Präsentation in den Vitrinen und Schaukästen reichen werden.