Nach knapp 50 Jahren ständiger Usurpationen und Herrscherwechsel war der römische Prinzipat im November 284, wenn nicht gescheitert, so doch erheblich geschwächt und innovationsbedürftig. Mit dem Herrschaftsantritt des Gaius Aurelius Valerius Diocletianus, oder kurz Diokletian, begann eine Phase der Neuausrichtung, die neben der Regionalisierung des Kaisertums, sowie der Implementierung weitreichender administrativer und militärischer Reformen auch eine veränderte Staatsideologie, die sog. „Tetrarchie“, propagierte. Die Herrschaft Diokletians wird in der althistorischen Forschung daher gern zum Beginn der Spätantike stilisiert. Im Seminar werden wir nicht nur das Reformwerk Diokletians kritisch analysieren, sondern auch die gängigen Formen historischer Periodisierung hinterfragen.