Vereinfacht gesprochen lassen sich Diskurse als komplexe Zusammenhänge zwischen Wissen, Macht und Sprache beschreiben. Ihre Analyse und die Teilhabe an ihnen gestaltet sich dementsprechend voraussetzungsreich. Grund dafür sind Normen und Praktiken, mit denen Sprache und Kommunikation auf bestimmte Weise und in bestimmten Kontexten verwendet werden (sollen), um Sinn zu stiften, zu verhandeln und zu vermitteln. Der Deutschunterricht lässt sich vor diesem Hintergrund als ein groß angelegtes Propädeutikum begreifen, in welchem die Schüler:innen auf ihre reflektierte Teilnahme an den sozialen Diskursen vorbereitet werden sollen – sei es im Medium der Mündlichkeit oder der Schriftlichkeit. Das Argumentieren bildet dabei nur die Spitze des Eisbergs. Zusammenfassen, Begründen, Erörtern, Vergleichen und Diskutieren – jede dieser Praktiken folgt ganz spezifischen Anforderungen, die es für die Lernenden erst einmal zu bewältigen gilt. Welche Anforderungen das sind und wie man ihnen im Unterricht effektiv wie produktiv begegnen kann, sind zentrale Fragen, denen wir in unserem Seminar nachspüren wollen. Dazu tragen die Teilnehmer:innen durch fachwissenschaftliche und fachdidaktische Impulse bei, in denen die Verbindung zwischen Theorie und Praxis im Vordergrund stehen soll.