Die Veranstaltung „Methoden der empirischen Kommunikationsforschung“ ist ein zentrales Element des Moduls 6 „Forschungsmethoden“ (PSO 2019) und entspricht ebenso der Veranstaltung „Forschungspraxis“ im Modul 8 „Anwendung“ (PSO 2024). Ziel des Seminars ist es, die im bisherigen Studium erworbenen methodischen und theoretischen Kenntnisse systematisch zusammenzuführen und im Rahmen eigenständiger, begleiteter Forschungsprojekte anzuwenden. In kleinen Arbeitsgruppen setzen die Studierenden Inhalte aus den Methodenmodulen praxisnah um und durchlaufen dabei die zentrale Phasen des empirischen Forschungsprozesses – von der Entwicklung einer Forschungsfrage über die Datenerhebung bis hin zur Auswertung und Interpretation der Ergebnisse.

Im Sommersemester 2026 wird das Seminar zusätzlich zum regulären Angebot in den Wintersemestern durchgeführt. Anlass hierfür ist die besondere Gelegenheit, die sich durch den Greifswalder Zukunftsrat als aktuellen und gesellschaftlich relevanten Untersuchungsgegenstand für empirische Analysen ergibt. Der Greifswalder Zukunftsrat wurde im August 2025 von der Bürgerschaft als zivilgesellschaftliches Beteiligungsformat für kommunalpolitische Entscheidungsprozesse eingesetzt. Ziel dieses Gremiums ist es, per Los ausgewählte Bürger*innen aktiv in Fragen der Stadtentwicklung einzubinden und neue Formen deliberativer Beteiligung zu erproben.

Der Zukunftsrat wird vom Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft (IPK) an der Schnittstelle von Kommunikations- und Politikwissenschaft wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Innerhalb des Seminars besteht die Möglichkeit, darüber hinaus eigenständige Teilstudien zu konzipieren und umzusetzen, die das bestehende Forschungsdesign ggf. ergänzen.

Denkbar sind verschiedene methodische Zugänge, die jeweils unterschiedliche Facetten des Zukunftsrats und seiner öffentlichen Wahrnehmung erfassen können. So bietet sich etwa eine Inhaltsanalyse der lokalen und regionalen Presseberichterstattung an, um die mediale Darstellung, thematische Rahmung und argumentative Einbettung des Zukunftsrats zu untersuchen und dessen Sichtbarkeit im öffentlichen Diskurs zu analysieren. Weiters können leitfadengestützte Interviews oder standardisierte Befragungen in der Bevölkerung Einblicke in die Akzeptanz, Wahrnehmung und Legitimitätszuschreibungen gegenüber dem Beteiligungsformat liefern. Darüber hinaus sind auch weniger klassische methodische Zugänge denkbar, wie etwa egozentrierte Netzwerkanalysen zur Untersuchung kommunikativer Vernetzungsstrukturen rund um den Zukunftsrat oder Diskursanalysen von Beiträgen auf Social-Networking-Sites, um Formen der Anschlusskommunikation, Kritik und Unterstützung im digitalen Raum zu erfassen.

Die konkrete Ausgestaltung der Forschungsfragen sowie die Auswahl der Methoden erfolgen im Verlauf des Seminars im gemeinsamen Austausch und orientieren sich an den Interessen, Vorkenntnissen und methodischen Neigungen der Studierenden.

Der Kurs kann sowohl von Studierenden in PSO 2019 (Modul 6) und PSO 2024 (Modul 8) besucht werden. Es wird empfohlen, das verknüpfte APT-Seminar ebenso zu besuchen und in Modul (PSO 2019) bzw. Modul 9 (PSO 2024) anrechnen zu lassen.