Orte, an denen Bücher aufbewahrt werden, sind Wissensorte – doch wie war das in der Frühen Neuzeit? Wer suchte solche Orte auf, und wie veränderte sich ihre Nutzung zwischen Reformation und Aufklärung? Im Proseminar geht es um das Lesen und Vorlesen, das Abschreiben, Exzerpieren, Annotieren und Diskutieren sowie das Kaufen und Verkaufen, Besitzen, Sammeln, Verschenken, Leihen und Verleihen, aber auch das Verbieten, Verstecken und Zerstören von Büchern und anderer Lektüre. Büchersammlungen, Bibliotheken und Lesegesellschaften der Frühen Neuzeit erweisen sich dabei nicht zuletzt als Orte des Austauschs, der Geselligkeit und des Streits, als Orte, die Weltbilder prägten und an denen sich zentrale Entwicklungen der Epoche verdichteten.
Literatur: Roger Chartier und Guglielmo Cavallo (Hrsg.), Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm, Frankfurt/Main 1999; Uwe Jochum, Kleine Bibliotheksgeschichte, 3. Aufl. Stuttgart 2007.