Schon das Mittelalter bemühte sich, den Bildern den Anschein zu geben, dass sie sich selbsttätig bewegen. Dazu trugen eine illusionistische Gestaltung, aber auch Animation durch Bewegung der Figuren oder ihrer Elemente sowie indirekt z.B. durch Licht und Weihrauch bei. Die Gruppe solcher Bilder wird meist als handelnde Bildwerke bezeichnet. Zum Einsatz gebrachten wurden sie insbesondere in der Liturgie oder im liturgischen Spiel, wo die menschlichen Akteure mit ihnen interagierten. So entstand ein illusionistisches Setting, das die Betrachter in seinen Bann zu ziehen vermochte und ihn scheinbar zu einem Teil himmlisch-jenseitiger Ereignisse machte.
Diesen
Fragen will das Seminar anhand ausgewählter Beispiele nachgehen und sich
dabei vor allem an den Ergebnissen der Ausstellung „Praymobil.
Mittelalterliche Kunst in Bewegung” (Suermondt-Ludwig-Museum Aachen,
29.11.2025–15.3.2026) sowie den grundlegenden Forschungen von Johannes
Tripps (hier vor allem „Handelndes Bildwerk in der Gotik”, 2. Auflage
2000) orientieren. Zudem soll die Anschlussfähigkeit an Fragestellungen
wie Virtualität/Immersion, Liminalität und Performanz diskutiert und
perspektivisch mit animierten Bildern der Gegenwart verglichen werden.
Termine:
Einführung Termin 24.4.26 (Freitag, 11–15 Uhr), ONLINE
Einreichfrist Gliederung Termin 5.6.26
Blockseminar Termin 3.–5.7.26 (Freitag–Sonntag, 9.30-18 Uhr), ONLINE, ohne Exkursion
Maximale Referate in der Einführungsveranstaltung: 10
- Dozent/in: Vera Henkelmann