Der Glaube an die Auferstehung des Menschen mit Leib und Seele gehört zu den fundamentalsten Aussagen der christlichen Religion. Auseinandersetzungen mit diversen Vorstellungen der Auferstehung und des jenseitigen Lebens prägten bereits die Urgemeinden. In der spätantiken Alten Kirche dominierte das Thema in Predigten, in der Liturgie, in theologischen Schriften (etwa in Augustins Abhandlungen über die Rechtfertigung) aber auch in der ältesten Freskenmalerei der christlichen Katakomben. Die Verehrung der Märtyrer führte zu der Vorstellung, dass die Gläubigen die verstorbenen Heiligen als Fürsprecher bei Gott in Gebeten anrufen können. Daraus entwickelte sich der Glaube an das Fegefeuer, dessen Grundzüge bereits im 1. Jahrtausend feststellbar sind. Den Kulminationspunkt erreichte dieser Glaube im Laufe des Mittelalters. Reiche Zeugnisse davon sind in der Volksfrömmigkeit, in Literatur und Kunst zu sehen. Der Humanismus des 15. Jh. und die Glaubensspaltungen des 16. Jh. innerhalb des westlichen Christentums brachten neue Weichenstellungen. Der Glaube an die Auferstehung bildete aber weiterhin den Kern christlicher Ausdrucksformen. Das Seminar bietet einen Streifzug durch die 2000-jährige Christentumsgeschichte. Es soll aufgezeigt werden, was die theologische Glaubenslehre ausmacht und welche Ausprägungen die Jenseitsvorstellung in der Frömmigkeit und in der Kunst darüber hinaus ausgeweitet haben.