In diesem Kurs werden wir die Beziehung zwischen Mensch und Tier aus philosophischer und ethischer Perspektive betrachten. Die moderne Tierethik als eigenständige, philosophische Bereichsethik wurde in den 70er und 80er Jahren durch die Veröffentlichung Peter Singers Animal Liberation als auch Tom Regans The Case for Animal Rights etabliert und damit auch die Frage nach dem moralischen Status von nicht-menschlichen Tieren sowie den ethischen Fragen, die sich durch den Umgang des Menschen mit Tieren ergeben, neu aufgeworfen.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Tierethik von der Antike bis zur Gegenwart wenden wir uns den vielfältigen Fähigkeiten und Eigenschaften der Tiere zu. Welche tierethischen Implikationen werfen das Bewusstsein, soziale Verhalten, Empfindungsfähigkeit oder die Sprach- und Denkfähigkeit der Tiere, im Umgang des Menschen mit ihnen auf? Anschließend untersuchen wir die einflussreichsten Theorien innerhalb der Tierethik und werden tierethische Grundbegriffe, unter Anderem den des Speziesismus, genauer betrachten.

Im letzten Abschnitt des Kurses diskutieren wir auf Grundlage unserer vorangegangenen Betrachtungen innovative tierethische Beiträge verschiedener Autor*innen, die den traditionellen Diskurs reflektieren und kritisieren. Inwiefern sind tierethische Überlegungen und das tradiert europäisch-westliche Wissensystem, welches Tiere nie als Subjekte mit gleichwertigen moralischem Status anerkennt, sondern sie immer erst als Ressource und Anschauungsobjekt begreift, vereinbar? Diese und andere Fragestellungen werden uns auch zu ökofeministischen Perspektiven wie zum Beispiel der Care-Ethik führen.

(Einige Texte des Kurses werden in englischer Sprache sein)