
In den allgemeinen Bildungsstandards der KMK heißt es für das Unterrichtsfach Deutsch: "Das
Fach Deutsch trägt wesentlich dazu bei, die Fähigkeit zur Teilhabe am
kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu entwickeln und zu festigen, und
vermittelt interkulturelle Kompetenz, die sich im verständigen und souveränen
Umgang mit dem kulturell Anderen zeigt." (Herv. SZ) Bei diesem Unterfangen kommt den Begriffen interkulturelles Lernen und interkulturelle Kommunikation eine wichtige Bedeutung zu. Im Seminar lernen wir aus linguistischer Perspektive unterschiedliche Kulturmodelle und Konzeptionen von Interkulturalität kennen und wollen diese kritisch nach dem Mehrwert für den Deutschunterricht und den Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer befragen. Dabei begegnen wir typischen Problem- und Handlungsfeldern der Interkulturalitätsforschung wie Missverstehen & Fremdverstehen, kulturelle Stereotypisierungen, kulturspezifische Textgattungen, (Un-)Höflichkeit in der Interaktion, aber auch Mehrsprachigkeit oder dem Einsatz digitaler Medien. Unter diesem Blickwinkel lernen Sie die Sprachwissenschaft auch als "interkulturelle Linguistik" (Hermanns 2003, Földes 2007) kennen, die durch ihre besonderen Forschungsinteressen und -methoden einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung des o.g. Bildungsstandards und der Vermittlung interkultureller Kompetenz (als Querschnittsaufgabe) leisten kann.
Das Seminar setzt die Bereitschaft zur aktiven
Auseinandersetzung und Seminarbeteiligung (Diskussion, Aufgabenbearbeitung)
sowie die Übernahme eines Partner- bzw. Gruppenprojekts voraus. Das Seminar ist
als digitale Lehrveranstaltung konzipiert und setzt dabei auf einen Mix aus
synchronen und asynchronen Lehr-Lernelementen. Da dieses Thema in besonderem Maße vom Austausch unserer Perspektiven, Erfahrungen und Gedanken lebt, wird eindrücklich um die Teilnahme an den synchronen Sitzungen mit aktiviertem Kamerabild und Mikrofon gebeten.
- Dozent/in: Sebastian Zollner