Die Literatur über den Holocaust ist in den letzten Jahrzehnten zu einem eminenten Forschungsfeld herangewachsen. Zumeist wird unter dem Signum des ethical turn dabei nach dem Beitrag der einzelnen Texte zur Erinnerungskultur und zur Trauma-Bewältigung gefragt. Genau darum wird es in diesem Seminar nicht gehen. Vielmehr wird in dessen Zentrum die Frage stehen, welche ästhetischen Ausdrucksformen für die Darstellung des Holocaust in der polnischen und tschechischen Literatur gefunden worden sind. Nach einer Klärung des Begriffs Holocaustliteratur werden exemplarisch thematisch einschlägige Texte aus der Zeit von 1946 bis zur Gegenwart analysiert. Dabei werden nicht nur nationalliterarische Spezifika deutlich werden, sondern auch transnationale Verbindungslinien in der Abfolge der einzelnen Autor*innengenerationen.
- Dozent/in: Andreas Ohme