Zwar ist die russische Literatur nicht gerade reich an Texten, die der utopischen Schreibweise zuzurechnen sind, doch repräsentieren nicht wenige von ihnen markante Umbrüche im utopischen Denken des 19. und 20. Jahrhunderts. Nach einer grundlegenden Klärung des Begriffs der Utopie wird im Seminar diese Entwicklung nachvollzogen, angefangen mit Zeitutopien aus dem frühen 19. Jh. (Bulgarin und Odoevskij) über die Jahrhundertwende mit ihrem Umschlag von Utopie zu Antiutopie (Brjusov und Zamjatin) bis hin zur grundlegenden Utopieskepsis nach dem Zerfall der Sowjetunion (Makanin, Pelevin und Tolstaja) und der Rückkehr der Antiutopie im Zeichen des Putinismus (Sorokin).
- Dozent/in: Andreas Ohme