Wichtige historische Schlüsselereignisse bieten spannende Möglichkeiten, ihre Rezeption aus kulturvergleichender Sicht in den Blick zu nehmen, und Differenzen in der Wahrnehmung einzelner Völker und Gruppen im Wandel der Zeit zu erfassen. Im letzten Jahr wurde in Europa an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren gedacht. An die Stelle der Erinnerung von Zeitzeugen traten neue vielseitige Formen des Erinnerns, die aus der Perspektive der zeitgenössischen Medienkultur und ihrer Verfahren abwechslungsreiches Untersuchungsmaterial bieten. Unterschiede der Deutung von jungen Leuten aus Os- und Mitteleuropa im Blick, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf seltsame Mischungen, die das kollektive und individuelle Unterbewusste mit anderen realen Fakten und Zusammenhängen eingehen.  

Unsere Aufmerksamkeit gilt so nicht nur der offiziellen Symbolpolitik, sondern vor allem im Alltag anzutreffenden Formen des kollektiven Erinnerns, zu denen neben Graffiti auch die Reklame und neue Formen des Reenactments zählen. Sie werden ergänzt um Ausschnitte aus Filmen und Comics, kommen überraschend modern daher und bieten die Möglichkeit, eigene Medienerfahrungen zu reflektieren.