Nicht nur im Studium sind wir fast täglich darauf angewiesen, Texte zu analysieren und die Ergebnisse entsprechen zu repräsentieren. Diese Prozesse sollen nicht dem Zufall überlassen, sondern bewusst trainiert und theoretisch abgestützt werden. Angefangen vom Positivismus und der Geistesgeschichte über den Formalismus und Strukturalismus bis hin zu den Genderstudies und dem Poststrukturalismus sollen deshalb zentrale Methoden der Literaturwissenschaft vorgestellt werden, die anknüpfend an ältere Traditionen der Ästhetik und Poetik vor allem im 19. und 20. Jh. entstanden sind. Indem wir das komplexe Wechselspiel von Anlehnung und Abstoßung bei der Herausbildung einzelner Methoden in den Blick nehmen, lernen wir die Spezifik einzelner Methoden und ihr terminologisches Grundgerüst genauer kennen. Exemplarischer Beispiele aus der Sekundärliteratur zu den slawischen Literaturen tragen dazu bei, Leistungen und Defizite der jeweiligen Methoden genauer zu erfassen. Nicht zuletzt können wir so aus der Vielzahl der uns heute zur Verfügung stehenden Methoden eine oder mehrere auswählen, die unserem jeweils konkreten Erkenntnisinteresse gerecht werden und uns bei der fachgerechten Analyse zur Seite stehen. Gut motiviert und theoretisch abgesichert gelangen wir so zu mehr Sicherheit, wenn es gilt, Schlüsseltexte der polnischen, russischen, tschechischen oder ukrainischen Literatur, bzw. Ausschnitte aus ihnen, wissenschaftlich fundiert zu interpretieren.