Wir wünschen sie uns und anderen ständig – die Gesundheit. Wir fragen nach dem Gesundheitszustand anderer, wir sprechen über Krankheiten. Diese sprachlichen Praktiken, d.h. das musterhafte sprachliche Handeln von Mitgliedern einer Gesellschaft, führt zur Konstruktion eines bestimmten, historisch, gesellschaftlich und kulturell geprägten Konzeptes. In diesem Projektseminar werden wir gemeinsam untersuchen, wie das Konzept der Gesundheit entsteht, in welchen Kontexten es wie verstanden wird und mit welchen anderen Konzepten es verbunden ist (u.a. Krankheit, Symptom oder Patient). Zum Einstieg ins Seminar definieren wir zunächst die zentralen theoretischen Begriffe Semantik, Pragmatik, Text und Diskurs. Die Datengrundlage für unsere anschließende analytische Arbeit werden Texte bilden, die in den aktuellen kontroversen Diskurs über die Stellung der Homöopathie eingebettet sind. Wir werden Texte zu dieser Kontroverse untersuchen und uns damit beschäftigen, wie und warum sich medizinische und homöopathische Lehrbücher voneinander unterscheiden. In kleinen Projekten werden wir einzelne Teilaspekte genauer betrachten, sie am Semesterende zusammenführen und aufeinander beziehen. Die Analyse erfolgt mithilfe der Software MAXQDA, in die im Seminar eingeführt wird. Auf diese Weise erlernen Sie ebenfalls eine wichtige methodische Kompetenz in der empirischen Sprachwissenschaft.