Zusammenfassung:
Der österreichische Philosoph, Soziologe und Historiker Ernst Topitsch (1919–2003), der stark
von der Metaphysikkritik des Wiener Kreises beeinflusst war, erforschte die mythischarchaischen
Grundlagen von Weltanschauungssystemen. Die philosophisch-kosmologischen
Modelle, womit man versucht hat die Welt zu verstehen und zu erklären, basieren, so behauptet
Topitsch, auf technomorphen, biomorphen und soziomorphen Konzepten, die direkt aus der
menschlichen Lebenswelt abgeleitet sind. Während diese Konzepte überwiegend deskriptiven
Charakter haben, haben die philosophisch-kosmologischen Modelle eine stark normative
Bedeutung. Topitschs klassische Studie Vom Ursprung und Ende der Metaphysik zeigt, wie
Versuche, Normen metaphysisch oder theologisch zu begründen, immer wieder zum Scheitern
verurteilt sind.
Struktur und Voraussetzungen:
Das Hauptseminar umfasst 14 Sitzungen. Jede Woche wird ein Kapitel aus Topitsch vorgestellt
und diskutiert.
Prüfung:
Das Seminar wird in der Regel mit einer Hausarbeit abgeschlossen.
Literatur:
Ernst Topitsch. Vom Ursprung und Ende der Metaphysik: Eine Studie zur
Weltanschauungskritik, Wien 1958: Springer-Verlag.
- Dozent/in: Allard Tamminga