Vor dem Hintergrund der ruhmreichen Vergangenheit wurde die Teilung Polens und damit der Verlust der Eigenstaatlichkeit als nationales Trauma wahrgenommen. Infolgedessen fiel der Kultur im Allgemeinen und der Literatur im Besonderen die Aufgabe zu, die polskość zu stärken und auf diese Weise zur Bewahrung einer polnischen Identität beizutragen. Im Seminar wird zunächst der (kultur-)geschichtliche Kontext jener Zeit rekonstruiert, vor dessen Hintergrund dann exemplarisch Texte aus der polnischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts unter dem Aspekt ihrer identitätsstiftenden Funktion untersucht werden. Dabei wird immer auch die Rivalität von ästhetische rund praktischer Funktion dieser Texte zu berücksichtigen sein, die die Entwicklung der polnischen Literatur zu dieser Zeit wesentlich prägt.
- Dozent/in: Andreas Ohme